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Zu Besuch im Anno-Gymnasium Siegburg

Lesungen mit „Umarmen und loslassen“ in Schulen gehören zu den besonderen Highlights unserer Lesereise. Kinder und Jugendliche haben wenig Berührungsängste mit den Themen Tod und Sterben. Die Möglichkeit, dass ein Kind stirbt, ist Teil ihres Horizontes und wird nicht künstlich ausgeblendet. Entsprechend offen sind sie für die Lernerfahrungen des Lebens, die mit dem Sterben verbunden sind.

Am 4. Juli waren wir zu Gast in der Sek II am Anno-Gymnasium in Siegburg. Und durften am Ende unserer Lesung den Schülerinnen und Schülern drei Dinge im Namen von Jaël zusprechen:

  • Ihr steht vor der Frage, wie es nach der Schule weitergeht. Es gibt so viele Optionen. Menschen in Eurem Umfeld machen sich für und mit Euch Gedanken und Sorgen. Vielleicht fällt Euch die Entscheidung schwer. Aber: Viel wichtiger als was Ihr tut, ist wer Ihr seid. Wenn Ihr Menschen mit der richtigen Haltung seid, könnt Ihr überall glücklich werden. Was Ihr auch tut (ob Ausbildung, Studium, Freiwilligendienst, Reisen,…), bleibt Euch und Eurer Leidenschaft treu. Und lasst Euch nicht verbiegen.
  • Manchmal hat man das Gefühl, man müsste erst jemand anderes werden, um anderen zu gefallen. Aber das stimmt nicht. Ihr seid wunderbar gemacht. Imitate anderer Menschen laufen schon genug herum in dieser Welt. Ihr seid gut genug. Bleibt die Originale, die Ihr bereits seid. Solche Menschen braucht unsere Welt.
  • Das Leben ist nicht immer einfach. Vielleicht werdet Ihr Schweres erleben. Wer sagt eigentlich, dass es der Normalfall ist, sicher und ohne Krisen durch das Leben zu kommen? Krisen gehören zum Leben. Viel wichtiger ist, dass Ihr nie aufgebt und immer wieder aufsteht. Und dass Ihr Euch nicht weismachen lasst, dass eine Krise alles ist, was Euer Leben ausmacht. Es werden bessere Zeiten kommen. Und die werdet Ihr erleben als besondere Menschen, die Schweres gemeistert haben.

Herzlichen Dank an OstD Sebastian Kaas, Schulleiter, und Annette Hirzel, Schulpfarrerin, für die Einladung, es war uns wieder eine Freude.

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Bewegende Lesungen beim Kirchentag

Zwei wundervolle Veranstaltungen beim 37. Evangelischen Kirchentag in Dortmund liegen hinter uns, und wir sind noch ganz beseelt: Von der bewegenden Atmosphäre und der Offenheit und Aufmerksamkeit der Kirchentagsbesucher – während unserer Veranstaltungen hätte man die berühmte Stecknadel fallen hören können. Vom schönen Miteinander mit Annika und Marco, deren Lieder jedes Mal neu unter die Haut gehen. Von den Gesprächen nach den Veranstaltungen, die deutlich machen, wir waren richtig am Platz.

Beide Lesungen, sowohl im Kreuzviertel als auch im FZW waren voll, insgesamt 230 Besucherinnen und Besucher wollten „Umarmen und loslassen“ erleben. Das Team des Kirchentags (Danke für die tolle Vorbereitung!) hatte die Räume im Vorfeld für uns genau richtig ausgesucht, und die passende Anzahl Kirchentagshocker standen bereit.

Marcos authentische und feinfühlige Moderation öffnete den Raum für das Gespräch, und wir teilten Jaëls Geschichte mit den Kirchentagsbesuchern. Passend zur Losung des Kirchentages (“Was für ein Vertrauen”) sprachen wir über das „Dennoch-Vertrauen“, das sich nicht mehr wie Glauben anfühlt, dafür aber das Gehalten-Sein durch Gott als Erfahrung in der Tiefe kennt. Und darüber, was sich vom Sterben für das Leben lernen lässt: Zum Beispiel, dass nichts im Leben selbstverständlich ist, sondern alles ein Geschenk. Diese und andere Lernerfahrungen haben wir im Buch ausführlich reflektiert.

Beide Nachmittage endeten mit Annikas beschwingtem “Goodbye but not the ending” und mit Shabnams Passage aus „Umarmen und loslassen“, die so gut zusammenfasst, was wir bis an unser eigenes Lebensende nicht mehr vergessen möchten:

„[…] Beziehung und Liebe sind die Hauptsache im Leben. Alles andere werden wir am Ende, wenn wir auf unser Leben zurückblicken, nicht vermissen.“ (Umarmen und loslassen, 237)

Auf ein Wiedersehen beim nächsten Kirchentag 2021 in Frankfurt? Wir würden uns freuen.

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Auf nach Dortmund

Ihr fahrt auch zum Evangelischen Kirchentag nach Dortmund? Dann würden wir uns freuen Euch zu treffen. Im Kulturprogramm gestalten wir gemeinsam mit unseren lieben Freunden Annika Boos (Sopranistin) und Marco Lombardo (Moderator & Singer/Songwriter) zwei Mut machende Lesungen mit Live-Musik (Donnerstag und Freitag). Wir sind sehr dankbar für dieses Zusammenspiel, das im März bei der Premiere in Solingen tolle Rückmeldungen erntete. Hier die Termine und Orte für Dortmund:

Literatur | Lesung
Umarmen und loslassen
Vom Sterben für das Leben lernen
Shabnam Arzt, Solingen
Wolfgang Arzt, Solingen
Musik:
Annika Boos, Wuppertal
Marco Lombardo, Wuppertal

Donnerstag 15:00 – 16:30 Uhr
Heilig-Kreuz-Kirche, Gemeindehaus, Großer Saal, Liebigstr. 49, Innenstadt-West
Kirchentags-Stadtplan: 272 | E3
Ort auf Google Maps

Freitag 13:00 – 14:30 Uhr
FZW, EG, Bar, Ritterstr. 20, Innenstadt-West
Kirchentags-Stadtplan: 236 | C3
Ort auf Google Maps

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Lied “Umarmen und loslassen” – Annika Boos

Unsere Freundin und bezaubernde Sopranistin Annika Boos hat nach dem Lesen von “Umarmen und loslassen” dieses wunderschöne Lied geschrieben. Bei unserer Lesung in Solingen mit Marco Lombardo und Annika entstand diese Audio-Aufnahme (Danke, Tobi Wagner für´s Abmischen). Hier als kleiner Ostergruß an Euch. Seid umarmt und gesegnet.

Alles hat seine Zeit (Umarmen und loslassen)
Alles hat seine Zeit, alles hat seine Zeit
Alles hat seine Zeit, alles hat seine Zeit
Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen
Alles hat seine Zeit
Zeit zum Klagen, Zeit zum Tanzen
Alles hat seine Zeit
Zeit zu umarmen und loszulassen
Zeit zu umarmen und loszulassen
(Text: nach Prediger 3)
Annika Boos

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Bewegender Abend in Kassel

Unsere Tochter Jaël, die den medizinischen Prognosen ein Schnippchen schlug, hat uns in den 13 Jahren so Vieles gelehrt. Es ist jedes Mal wieder schön, von ihr zu erzählen und mit den Besucherinnen und Besuchern über Lebensthemen und -Haltungen ins Gespräch zu kommen. Am 11. April war Kassel Station unserer Lesetour. Prof. Dr. Tobias Künkler hat einen sehr wertschätzenden Beitrag auf dem Blog der CVJM-Hochschule über den Abend verfasst:

[…] Im achten Schwangerschaftsmonat erfuhren die beiden, dass Jaël höchstwahrscheinlich Trisomie 18 hat und laut den Ärztinnen und Ärzten nicht lebensfähig sei. Doch Jaël wurde 13 Jahre alt und sprengte nicht nur die Kategorien der medizinischen Textbücher, sondern auch viele andere Schubladen in unseren Köpfen: was lebenswertes Leben ist, was das Leben wirklich wertvoll macht und warum wir vom Tod über das Leben lernen konnten.

An dem Abend erzählten die beiden von der ganzen Bandbreite ihrer Erfahrungen und auch wie ihr Glaube ihnen Hilfe und Stolperstein zugleich war.

Bereits das Lesen des Buches hat mich persönlich sehr bewegt – es gehört zum Tiefgängigsten, Ehrlichsten und Lebensbejahendsten, was ich in den letzten Jahren gelesen habe. Die beiden aber an dem Abend mit ihrer ehrlichen, tiefgängigen und freudigen Art und Ausstrahlung direkt zu erleben, hat viele Studierende, Kollegen und auswärtige Gäste tief berührt und gezeigt welche Kraft, Liebe und Freude wir aus einem Glauben schöpfen können, der die gute Nachricht bereithält, dass der Tod nicht das letzte Wort haben wird und daher auch nicht das vorletzte Wort haben muss.

Wir danken Tobias Künkler und dem Team der CVJM-Hochschule für die herzliche Gastfreundschaft und der Brencher Buchhandlung für den Büchertisch. Jede Begegnung, jedes Gespräch und jeden Moment dieses bewegenden Abends haben wir genossen.

Photocredit: CVJM-Hochschule, Kevin Benjamin Beier.

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