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Muttertag

Mutter

Eigentlich halte ich nicht so viel von einem Muttertag. Schließlich sollte man nicht nur an diesem Tag an seine Mutter denken, um ihr mit Nettigkeiten zu zeigen, was sie einem bedeutet. Trotzdem möchte ich heute ein paar Gedanken mit euch teilen. Denn an diesem Tag empfinde ich Dankbarkeit für meine Mutter und dafür dass ich Jaëls Mama sein darf.

Meiner Mutter bin ich sehr dankbar für die gute Erziehung, die ich genießen durfte. Für sie waren und sind ihre beiden Kinder ihre wertvollsten Schätze. Ich bin dankbar, dass sie mir die Liebe zum Schönen und Besonderen beigebracht hat. Als Kind durfte ich mir jedes Mal, wenn ich sie zum Einkaufen begleitete, ein Kinderbuch aussuchen. So entstand meine Liebe zu Büchern. Sie achtete immer darauf, dass wir frische und liebevoll zubereitete Mahlzeiten zu uns nahmen. Dafür stand sie lange und gerne in der Küche. Von ihr habe ich den Wert des guten und gesunden Essens gelernt. Als wir zwei große Umzüge in ein neues Land verkraften mussten, hat sie uns schnell ein gemütliches neues Zuhause geschaffen. So konnte ich den Schmerz über den Verlust meiner Freundschaften besser überwinden und mich im neuen Zuhause schneller zurechtfinden und die neue Sprache erlernen. Die Liste ist unendlich lang, und ich könnte so vieles noch aufzählen.

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Nicht nur meine Mutter hat mich zu der Person gemacht, die ich heute bin, sondern auch unsere Jaël. Sie gab mir jeden Tag das Gefühl, die beste Mama auf der ganzen Welt zu sein. Sie hat mich jeden Tag mit ihrer Liebe überschüttet. Mit ihren Umarmungen und ihrem ansteckenden Lächeln zeigte sie mir, dass ich für sie perfekt bin, so wie ich bin. Jaëls Mama sein zu dürfen ist für mich der größte und schönste Ritterschlag. Und das macht mich sehr glücklich.

So wünsche ich Euch allen – nicht nur an diesem Tag – die Erfahrung der Dankbarkeit, jemanden in eurem Leben zu haben, für den ihr etwas ganz Besonderes seid.

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5. Dezember

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Heute vor einem Jahr war die bewegende Trauerfeier. So traurig der Anlass auch war, erinnern wir uns doch voller Dankbarkeit zurück. Denn wir erlebten eine Trauerfeier, die den Anwesenden Jaëls Persönlichkeit und Kompetenzen in bunten Farben vor Augen malte. Wir danken unserer Freundin und Pastorin Petra, die uns nicht nur in den fünf Tagen des Abschieds begleitet hat, sondern auch an diesem Tag die schönsten Worte fand.

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Einzigartig, wunderbar, geliebt

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An Jaëls erstem Todestag

Schwer zu glauben, dass unsere geliebte Jaël nun schon seit einem Jahr nicht mehr bei uns ist. Das Jahr ohne sie war durch Reisen und neue Aufgaben sehr ereignisreich. Und doch gab und gibt es keinen Tag, an dem sie nicht in unseren Gesprächen und Gedanken präsent wäre. Es gibt keinen Tag, an dem wir sie nicht vermissen. Die Erinnerung an sie ist jedoch nicht nur schmerzhaft. Jaël schafft es immer noch, ein Lächeln auf unsere Lippen zu zaubern.

In den letzten Monaten haben wir unglaublich viel Zuspruch erhalten. Unzählige Mails und Briefe erreichten uns, und viele liebevolle Gespräche zeigen, dass unsere Jaël nicht vergessen ist. Danke an alle, die uns in diesem Jahr so wundervoll unterstützt und an uns gedacht haben. Auch wenn wir nicht alles beantworten konnten, sind wir dankbar für jede Zeile, jede Aufmerksamkeit, jede kleine Erinnerung an unsere Jaël. Was bleibt ist die Dankbarkeit für ihre unendliche Liebe und die Erinnerung an ihr herzerwärmendes Lächeln und ihre vor Fröhlichkeit funkelnden Augen.

Wie geht es nun für uns weiter ohne unsere Jaël? Manche fragen, ob wir uns weitere Kinder wünschen. Ganz ehrlich: Wozu? Jaël hat mit uns die schönste Liebesgeschichte geschrieben. Einen Bestseller. Was könnte erfüllender sein als diese 13 Jahre? Wir haben von Jaël so viel gelernt (Jaëlkompetenz). Diesem Erbe möchten wir gerecht werden und ihre Kompetenzen weitergeben an andere. Sei es durch Begegnungen, Unterrichtseinheiten in der Schule (wie neulich im Reli-Unterricht eines Gymnasiums) oder im Rahmen unserer beruflichen Tätigkeiten. Schließlich sind und bleiben wir Eltern. Und haben dazu noch viele Kinder um uns herum, denen wir Jaëls Liebe zuteil werden lassen können.

 

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Gedenkgottesdienst

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“Ich will dir danken, weil du ihre Namen kennst, Gott meines Lebens.”

Dieser Liedruf erklang gestern im Gedenkgottesdienst der Kapelle der Uniklinik Düsseldorf, als die Namen der verstorbenen Kinder genannt und für sie eine Kerze entzündet wurde. Gedacht wurde aller Kinder, die im vergangenen Jahr im Klinikum oder in der Betreuung des Palliativteams zu Hause verstorben waren. Die Atmosphäre war geprägt von der Trauer über den Verlust sowie der Sehnsucht nach dem geliebten Kind.

Gemeinsam mit den Ärzten und Schwestern, die Jaël betreut hatten, an sie zu denken, war gleichzeitig traurig und schön, schmerzhaft und tröstlich. Man konnte merken: Nicht nur wir als Eltern, auch die Ärzte und Schwestern brauchen einen Ort, um zu gedenken und zu trauern. Herzlichen Dank an das Kinderonkologie- und Palliativ-Team für die liebevolle Vorbereitung dieses Gottesdienstes. Eine weitere wertvolle Station auf unserem Weg zu Jaëls erstem Todestag.

 

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