Geburtstagsgrüße

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Heute offenbart uns ein Ausflug vom Südtiroler Etsch-Tal in luftige Höhen atemberaubende Ausblicke und Bilder. In welche Himmelsrichtung wir unseren Blick auch wenden – wir können nur dankbar staunen über die Größe und Schönheit der uns umgebenden Landschaft.

Das dankbare Staunen ist ein schönes Bild für diesen Tag. Für den 15. September 2017. Es ist der 16. Geburtstag unserer Tochter. Wir denken in Liebe und Dankbarkeit an Jaël, die wir vor mehr als zwei Jahren loslassen mussten. Wir erinnern uns dankbar zurück an die gemeinsamen Jahre. An Höhen und Täler.

Gleichzeitig schauen wir staunend nach vorne. In einem Monat erscheint das Buch, in dem wir die gemeinsamen 13 Jahre mit unserer Tochter reflektieren. Wir schauen staunend auf Dinge, die größer sind als wir selbst. Und sind dankbar für Vergangenes und Zukünftiges.

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Ein Gruß am Strand

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Vor ein paar Tagen haben wir diesen schönen Stein am Strand entdeckt. Für uns ist das wie ein liebevoller Gruß von Jaël. Wir sind achtsamer geworden und aufmerksamer für kleine Zeichen und Spuren am Wegesrand. Unsere Liebe zu unserer Tochter sucht und findet immer wieder Wege, die Beziehung zu ihr über ihren Tod hinaus aufrechtzuerhalten. Denn das Ziel eines Trauerprozesses ist nicht, die verstorbene Person loszulassen oder gar zu vergessen. Die Liebe darf bestehen bleiben. Das tut gut.

Wir hoffen, ihr habt auch noch ein paar freie Tage vor euch und wünschen euch eine schöne und erholsame Sommerzeit!

 

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Ein Hauch von Frühling

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Frische Frühlingsblumen auf Jaëls Grab, und dazu die ersten wärmenden Sonnenstrahlen des Jahres – das tut gut. Nach längerer Pause melden wir uns zurück und senden euch herzliche Grüße.

Übrigens: Wir haben nicht vergessen, dass wir euch für Januar spannende Neuigkeiten versprochen hatten und korrigieren hiermit auf März. Nur noch wenige Tage müsst ihr euch gedulden 😉

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Spannende Neuigkeiten

Genau an Jaëls zweitem Todestag brachte der Postbote Neuigkeiten, über die wir uns sehr freuen. Noch möchten wir nicht zu viel verraten, aber so viel sei gesagt: 2017 wird ein spannendes Jahr. Jaëls Leben hinterlässt weitere schöne Spuren. Mehr dazu im Januar März. Stay tuned 😉

Wir wünschen Euch allen ein friedliches Weihnachtsfest und einen guten Übergang ins Neue Jahr.

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Heilt die Zeit alle Wunden? Gedanken zum zweiten Todestag von Jaël

Jael lächelt verschmitzt

Ist es wirklich so, dass die Zeit alle Wunden heilt? Was, wenn die Wunde der Abschied von der geliebten Tochter und dem Sonnenschein der Familie ist? Wenn mit diesem Abschied auch ein Teil meiner selbst mit stirbt, schafft es die Zeit dann, auch diese Wunde zu heilen?

Unsere Jaël ist nun schon seit zwei Jahren nicht mehr bei uns. Zwei Jahre ohne ihr Lachen, ihr Glucksen, ihre herzerwärmenden Umarmungen. Die Wunde ist noch zu frisch. Vielleicht wird sie sich einmal schließen, es mag sich eine Kruste bilden. Aber dieser Schnitt ist so tief, dass Narben bleiben werden. Und das ist womöglich auch gut so, denn Narben erinnern an das, was war und nicht mehr da ist.

Trotz der Schwere, die sich in diesen Tagen in meinem Herzen ausbreitet, bin ich auch dankbar. Dankbar für Gesten, die zeigen, dass unsere Jaël nicht vergessen ist. Dankbar für Begegnungen und Gespräche, in denen Jaël weiterlebt. Dankbar für Menschen, die Jaëls Grab besuchen und einen kleinen Gruß hinterlassen. Dankbar, dass wir Eltern einer wundervollen Tochter sein dürfen. Dankbar, dass wir in Jaël so eine wunderbare Lehrerin hatten, die uns die Kunst der Dankbarkeit täglich vorgelebt hat. Und vielleicht sind es diese Gesten, Begegnungen und ein dankbares Herz, die den Heilungsprozess vorantreiben.

Eine Lücke, die unausgefüllt bleibt, aber nicht mehr als Stachel, sondern – wie Bonhoeffer es beschreibt – als kostbares Geschenk, das wir in uns tragen. Herzlichen Dank an alle, die uns auf diesem Weg tragen und begleiten.

“Zunächst: Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines lieben Menschen ersetzen kann, und man soll das auch gar nicht versuchen; man muss es einfach aushalten und durchhalten; das klingt zunächst sehr hart, aber es ist doch zugleich ein großer Trost; denn indem die Lücke wirklich unausgefüllt bleibt, bleibt man durch sie miteinander verbunden.

Es ist verkehrt, wenn man sagt, Gott füllt die Lücke aus; er füllt sie gar nicht aus, sondern er hält sie vielmehr gerade unausgefüllt und hilft uns dadurch, unsere echte Gemeinschaft miteinander – wenn auch unter Schmerzen – zu bewahren.

Ferner: Je schöner die Erinnerungen, desto schwerer die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.”
(Dietrich Bonhoeffer, Brief an Renate und Eberhard Bethge, Gefängnis Berlin-Tegel an Heiligabend 1943)

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