Definiere Glücklichsein

Was braucht ein Mensch, um glücklich zu sein?

Ich stelle fest, dass sich meine Antwort auf diese Frage in den letzten Jahren ziemlich gewandelt hat (Wen wundert´s?). Es sind nicht mehr ganz bestimmte, in der Zukunft liegende, Ziele und Umstände, die ich mit Glück verbinde. Und das nicht nur, weil sie außerhalb meiner Reichweite liegen. Sondern vor allem, weil mir inzwischen Menschen begegnet sind, die von ihren Lebensumständen her sehr glücklich sein müssten, es aber praktisch nicht waren oder das gut zu verbergen wussen: unzufriedene Menschen mit gesunden Kindern, Geld, menschlichen Sicherheiten, gutem Beruf, viel Freizeit…

Warum reicht das alles nicht zum Glücklichsein? Weil Glücklichsein nicht in den Lebensumständen liegt, sondern in den Lebensempfindungen. Glück kommt nicht von außen, sondern von innen. Ich glaube: Wer zum Glücklichsein erst irgendetwas braucht, wird niemals wirklich glücklich. Denn sobald er das Erstrebte gefunden hat, erkennt er dessen Begrenztheit und richtet sich auf ein neues Ziel aus. Wir kennen das wahrscheinlich alle irgendwie. “Wenn ich endlich den Führerschein habe, dann bin ich glücklich…” Dann wäre da noch die Freundin, das Abi, der Studienplatz, das Auto, der Job, die Kinder, … Und so jagen wir weiter dem Glück hinterher, das irgendwie so glitschig scheint, dass wir es nie zu packen bekommen.

Ich hab in einem Artikel [Quelle vergessen] folgende Ansicht gefunden: “Derjenige ist glücklich, in dessen Leben die Zahl der positiv empfundenen Momente die negativen überwiegt.” Oh, das bedeutet eine neue Zielvorgabe: die Anzahl der kleinen positiven Momente des Lebens steigern. Das Telefonat mit guten Freunden, die Seite aus dem guten Buch, das gemeinsame Lachen über die komische Alltagssituation… Hab ich was vergessen? Bitte ergänzen.

Weiter lesen 4 Kommentare

Wie jetzt?

Weil der Bestand der Meeressäuger durch Fischerei und Umweltgifte bedroht ist, hat die UN 2007 zum Jahr des Delphins ausgerufen. So weit so gut. Aber wenn ihr euch jetzt wie wir fragt, was man denn tun kann, außer beim Thunfischkauf richtig ins Regal zu greifen, macht sich Ernüchterung breit. Greenpeace-Meeresexpertin Stefanie Werner rät in einem Interview:

“Delfinarien sollte man meiden – auch im Urlaub. Delfine haben in Gefangenschaft nichts zu suchen. […] Delfinarien selber bedeuten für die in Freiheit sehr sozialen Tiere Trennung, Einsamkeit, Langeweile, Reizarmut in engen Becken, chemisch aufbereitetes Wasser, Stress und Lärm oder auch aufgezwungene Diäten als Trainingsmethode. Delfine in Gefangenschaft sind nur noch Schatten ihrer selbst und weit von ihrem natürlichen Verhaltenspotenzial entfernt.”

Delfinarien meiden? Ok, und die damit verbundenen Weblogs womöglich auch? Trennung? Einsamkeit? Langeweile? Reizarmut? Stress? Schatten ihrer selbst? Die Frau war wohl noch nie in Mundomar. Das glatte Gegenteil bot sich uns dort im Oktober 06. Klar gibt es Delphinarien, die man als Delphinfreund mit einem sehr unguten Gefühl verlässt. Mundomar in Spanien gehört definitiv nicht dazu. Im Gegenteil leistet der Tierpark mit seiner Arbeit einen großen Beitrag zur Erhaltung der Arten. In dem Interview ist wohl die militante Tierschützerin mit der guten Frau Werner durchgegangen, und dabei hat sie doch glatt den Delphin mit dem Becken ausgeschüttet.

Weiter lesen Keine Kommentare