Besucher des Parks schauen immer mal wieder über den Zaun bei der Therapie zu.
Einmal fragt ein Kind am Rand des Therapiebeckens seinen Vater: „Papa, warum darf ich nicht mit den Delphinen schwimmen?“ – Ich stehe daneben und filme meine Tochter im Wasser, während ich gespannt auf die Antwort warte. Ruhig und nüchtern antwortet der Vater „Weil du deine Erfahrungen im Alltag machst.“ und schaut dabei weiter Jaël zu.
Was für eine weise Antwort. Wenn ich daran denke, wie viele Alltagserfahrungen Jaël und damit auch uns als Familie verwehrt sind, dann bin ich froh, dass wir ihr dieses Erlebnis mit den Delphinen als so etwas wie einen Ausgleich geben können. Endlich einmal hat Jaël vielen anderen Kindern etwas voraus. Sie war bei den Delphinen im Wasser, war mit ihnen Auge in Auge und hat sie mit ihrer Hand berührt.
Den letzten Tag vor dem Abflug nutzen wir zum Entspannen. Zum ersten Mal während dieser Reise verlassen wir das Hotel nicht mit dem Ziel Mundomar. Wegen Jaëls Lichtempfindlichkeit war es uns leider nicht vergönnt, Zeit am Strand zu verbringen oder einen Ausflug zu unternehmen. Einmal versuchten wir, in das 10 Kilometer entfernte Städtchen Altea zu fahren. Doch als wir angekommen waren, war Jaël schon vom Kämpfen mit den Lichtreizen im Auto so verschwitzt, dass wir wieder umkehren mussten.Heute fahren wir mit dem Auto in die Altstadt von Benidorm. Das scheint so ziemlich der einzige Ort in dieser Stadt neben Mundomar zu sein, wo man etwas Ruhe finden kann. Schmale schattige Gassen mit netten Tapas-Bars. Aber leider regiert auch hier an vielen Stellen der britische Tourismus mit Pubs und roten Bohnen. Echt, wir haben noch nie so viele Engländer mit nacktem Oberkörper und Tätowierungen gesehen wie hier in Benidorm. Die sind überall!
Dennoch finden wir ein kleines Fischrestaurant, wo wir zum ersten Mal etwas spanische Atmosphäre einatmen können. In einem Café an der Strandpromenade direkt am Meer verabschieden wir uns eine Woche vor November bei unglaublichen 27°C von der Sommersonne 2006! Bevor wir zurückfahren, steckt Shabnam ihre Beine kurz in ihr geliebtes Mittelmeer und sagt „Auf Wiedersehen“.
Gestern haben wir noch so richtig über das Internetterminal des Hotels gemotzt. Anscheinend hat das gesessen. Denn das blöde Teil hat doch heute morgen tatsächlich seinen Dienst eingestellt. Wir schalten aus und ein, drücken Reset, nichts passiert. Wir sagen der Rezeptionistin Bescheid. Die kommt, schaltet aus und ein, drückt Reset, nichts passiert. Sie sagt dem Chef der Rezeption Bescheid. Ihr könnt euch denken, wie es weitergeht. Er kommt, schaltet aus und ein, drückt Reset, nichts passiert. Da er niemanden mehr hat, den er rufen könnte zum Aus- und Einschalten, sagt er schlicht und einfach „No“, schaut uns an und meint „Later“.
Mit „Later“ ist das so eine Sache. Der Begriff ist recht unpräzise und dehnbar. In Deutschland könnte es bedeuten „in einer Stunde“, in Südeuropa kann das bedeuten „in den nächsten Tagen“. Als wir wieder das Hotel betreten, ist jedenfalls offensichtlich noch nicht „later“. Denn der Bildschirm ist schwarz. Werden uns also ein Internetcafé suchen müssen.
Heute morgen sind die Wolken so zahlreich und dicht, dass wir uns auf Delphine im Regen einstellen. Ein letztes Mal erklimmen wir den Berg des Mundomar-Parks und lassen noch einmal alles auf uns wirken: die Tiere, ihre Geräusche und die schöne Hintergrundmusik des Parks. Eine halbe Stunde wird Jaël noch mit den Delphinen im Becken verbringen. Dann trennen sich unsere Wege. Als wir Jaël Branko übergeben, strahlt die Sonne. Klasse, dass das Wetter noch so gut geworden ist.
Heute trifft Jaël auf Matti. Matti ist hier kein gelockter Bassist der Becken-Band (Grüße an unseren Matti in Solingen), sondern ein wilder Vertreter der Delphin-Gang in Mundomar. Jaël ist gerade eine Sekunde im Wasser, da fängt der Kerl an rumzuprotzen. Da er nicht mit tiefergelegtem Wagen und Mega-Bass-Boost bei Jaël vorfahren kann, zeigt er ein paar seiner Sprünge. Und weil Matti anscheinend in der Pubertät ist, sind die Sprünge auch eher von Rebellion statt Schönheit geprägt. Anstatt mit Eleganz zu glänzen, prollt Matti mit seinen besten A…bomben. Motto: Möglichst laut und hohe Spritzer und Wellen! Was ihm auch gelingt, bis es Branko zuviel wird und er ihm unmissverständlich klar macht, dass er so bei Jaël nicht landen kann.
Jetzt wird es wieder ruhiger. Im Schatten des Zaunes bemühen sich die Delphine um Jaël. Einer stupst mehrmals ihre Beine an und will sie zur Bewegung animieren.
Branko geht mit Jaël jetzt an den äußersten Rand am Ende des Zaunes in direkter Nähe der Tribüne. Das ist super, weil wir so ganz nah dabei sein können. Jaël hat die Augen geschlossen, während hinter ihr Action ist. Branko spielt mit einem Arm mit den Delphinen, während er Jaël im anderen Arm balanciert.

Nun geht es wieder zurück in den flacheren Bereich. Die letzten Minuten sind angebrochen. Noch einmal nähert sich ein Tier mit der Schnauze bis auf wenige Zentimeter. Jaël, Zeit sich zu verabschieden! Einmal spürt sie noch die Nähe eines Delphins, dann ist die halbe Stunde rum.
Wir durften in diesen Tagen ganz nah dabei sein, als unsere Tochter mit diesen prächtigen Tieren im Wasser war, und dafür sind wir einfach dankbar. Was die Therapie bei Jaël bewirkt, wissen wir nicht. Wie lange unsere Tochter noch zu leben hat, wissen wir auch nicht. Aber für uns alle waren diese Tage ein unvergessliches Erlebnis. Und dafür sind wir dankbar. Ein großes Dankeschön geht an Birgit und Branko Weitzmann, die all das ermöglicht haben.
Wir werden am Montag zurückfliegen mit einem Lächeln im Gesicht, mit 3 Stunden Videomaterial und mehr als 1000 Fotos im Gepäck!
Nicht vergessen: Sonntag, 22 Uhr, „Delphin-Kinder“ im WDR schauen…
Als wir das kurzfristige Angebot der Delphintherapie vor wenigen Wochen annahmen, hatten wir keine großen Erwartungen. Die vielen Enttäuschungen und unerfüllten Wünsche der letzten Jahre haben viel Kraft gekostet. Erst recht die beiden Lungenentzündungen mit Krankenhausaufenthalt innerhalb von 6 Monaten. Wir erwarteten von diesen Tagen in Spanien keine Wunder. Das Ziel war einfach, Jaël etwas Gutes zu tun. Ihr eine Begegnung mit diesen wunderbaren Tieren zu ermöglichen. Egal, wie lange sie noch zu leben hat. Und dieses Ziel ist bereits mehr als erreicht.
Dass wir darüber hinaus bereits positive Auswirkungen registrieren können, ist umso schöner. Jaël reagiert merklich konzentrierter und aufgeschlossener auf andere Menschen. Wir werden weiterhin die Augen offen halten für Verbesserungen, denn die Delphintherapie wirkt zwei Wochen bis mehrere Monate nach.
Heute stehen die Zeichen mit der vorletzten Einheit im Wasser schon ein wenig auf Abschied. Die Sonne schiebt sich immer wieder zwischen die Wolken, und Jaël hat merklich Probleme mit den Lichtverhältnissen.
Zum Spielen kommen heute vorbei Delphinbaby Claudia mit ihrer 300 Kilo schweren Mutter Marlene. Marlene musste im Sommer 2004 den Tod ihres Delphinsohnes Vincente verkraften, der einen bösartigen Tumor in der Nebenniere hatte. Seit Claudias Geburt weicht Marlene nun nicht mehr von ihrer Seite. Die beiden schwimmen ständig synchron.

Und jetzt kümmern sie sich rührend um Jaël. Besonders Claudia setzt alles daran, Jaël aus der Reserve zu locken. Sie spritzt mit Wasser, wirbelt um Jaël herum und berührt sie mit ihrer Schnauze. Jaël lässt alles zu, aber mehr ist heute wohl nicht drin.
Branko wechselt den Standort und bewegt sich mit Jaël vom Rand weg ins Tiefere und damit in den Schatten, der vom Begrenzungszaun auf das Wasser fällt. Schatten ist gut. Außerdem sind die beiden nun direkt unter uns, nur 2 Meter entfernt.
Jetzt geht´s rund. Drei Delphine üben sich in Verfolgungsjagden und Sprints und lösen damit eine wahre Monsterwelle aus, die Jaëls Köpfchen für kurze Zeit unter der Wasseroberfläche verschwinden lässt. Eine Runde Salzwasser geschluckt – ein Reiz mehr, der ihr gut tun wird.
Als wir Jaël um 15:30 Uhr in der Umkleide auf die Bank legen, ist sie selig. Sie lautiert nicht viel, aber der Gesichtsausdruck spricht Bände. Beim Abduschen schaut sie Shabnam ganz tief und erfüllt in die Augen. Wir lassen uns beim Abstieg vom Berg diesmal etwas mehr Zeit als sonst. Morgen werden wir den Park zum vorerst letzten Mal betreten. Aber uns ist klar. Wir werden Jaël wieder für diese Therapie anmelden. Und sollte sie nächstes Jahr noch leben und wieder einen Platz bekommen, werden wir auf der Matte stehen. Mit allen verfügbaren Kameras und einer Videokassette mehr im Gepäck. Nachdem Wolfgang heute die Pausetaste gar nicht genutzt hat, haben wir nur noch 5 Minuten Platz. Ach was soll´s – morgen früh wird eben noch eine Kassette besorgt.
Ein neuer Tag. Die Frage, die uns heute beschäftigt: Lässt sich die Erfahrung von gestern noch steigern, oder war das bereits das Maximum dessen, was Jaël aufnehmen kann? Wir werden sehen.
Auf dem Weg nach oben zum Delphinarium das alte Lied: Die Augen zugekniffen. Wer sie kennt, weiß: Mit geschlossenen Augen ist Jaël regelrecht eine andere Person. Und daran ändert sich auch nichts, bis wir den Schutz der Umkleide betreten haben. Hier gehen die Augen auf, und Jaël genießt ihre Neopren-Modenschau.
Dann ganz vorsichtig rückwärts raus ins Tageslicht. Heute kein Regen, aber der Himmel stark bewölkt. Eigentlich optimal für Jaël. Die letzten 10 Minuten vor dem Start. Jetzt bloß keinen Fehler machen, damit die Augen offen bleiben. Wie das geht? Unsinnige Lieder singen, Schnalzlaute abgeben und ihren Kopf gerade balancieren, damit die Augen unter dem Schutz der Kappe bleiben.
15:00 Uhr. Übergabe an Branko, Augen offen. Er trägt Jaël diesmal aufrecht vor sich ins Becken. Ein Delphin wartet bereits. Unsere Frage des Tages wird schnell beantwortet. Es gibt noch Steigerungspotenzial. Jaël fixiert die Delphine nicht nur, sondern ruft laut nach ihnen. Sofort sind mehrere Tiere da und antworten mit fröhlichen Quietsch-Lauten (siehe Foto). Ein Moment, der schwer mit Worten zu beschreiben ist. Uns steigen die Tränen in die Augen. Ich muss an den Song „Dolphins make me cry“ von Martyn Joseph denken.

Ein Delphin spritzt mit Wasser (Einladung zum Spielen), der andere liegt dahinter auf der Lauer und wartet ab. Jaël behält die Augen offen und nimmt die Hände nach vorne.
Branko geht mit Jaël weiter ins Becken hinein. Um die beiden herum entwickelt sich ein munteres Schwimmen, Wirbeln und Spielen. Da ist der Schuhräuber von Tag 1 wieder. Mehrmals versucht er, Jaëls Schwimmschuh auszuziehen. Doch Branko hat seine Absichten durchschaut und ist mit der Hand dazwischen. Shabnam hat die Schuhe zusätzlich mit Haargummis fixiert. Also keine Chance.
Immer wieder kommt ein Tier angeschwommen, dreht sich neugierig auf die Seite und nähert sich unserer Tochter. Klasse: Jaël bleibt nicht nur wach, sondern zeigt eine supergute Kopfhaltung. Auch greift sie nicht mehr mit einer Hand an Brankos Kinn, ist also sicherer als in den letzten Tagen.
Die 30 Minuten sind zu Ende, und wir sind so gerührt, dass wir gar nicht schnell genug am Tor sind, um Jaël anzunehmen. Wir sind einfach nur stolz auf unsere Tochter. Sie hat sich heute richtig angestrengt und viel mitgenommen. Egal, was in den verbleibenden zwei Tagen noch kommt - die bisherigen Einheiten haben ihr und uns viel gegeben. Diese Tour hat sich voll gelohnt.
Mittwoch, 13:00 Uhr: Elterntreffen mit dem Therapeuten neben dem Becken. Branko Weitzmann erklärt den Ablauf und die Wirkung der 30 Minuten im Delphinbecken. Im Gegensatz zu anderen Ansätzen bietet Mundomar den Kindern statt Delphinschwimmen mit Tierpfleger die delphinassistierte Therapie, bei der der Therapeut direkt mit im Wasser ist. Das gerade erschienene Buch „Delphin-Kinder“ von Branko Weitzmann berichtet von den Chancen, Geschichten und Hintergründen der Delphin-Therapie. Im letzten Jahr lief ein mehrteiliger Bericht auf ARTE. Ab Sonntag, 22.Oktober, um 22:00 Uhr wird das Ganze im WDR wiederholt. Nicht verpassen! Und für November ist Branko mit einer Familie, die an der Therapie teilgenommen hat, bei JBK im ZDF eingeladen.
Doch zurück ins Hier und Jetzt. Hey, wer hat denn hier draußen bei dem Elterntreffen die Augen offen? - Jaël! So kanns weitergehen. Leider beginnt es zu regnen. Das können wir natürlich nicht gut gebrauchen. Aber noch ist ja etwas Zeit, bis es losgeht.
14:45 Uhr, Umkleide. Jaël zieht ihr Surferdress an. So langsam genießt sie die Klamotten und den Gummigestank in dieser kleinen Holzhütte. Jetzt noch die weiße Kappe auf und raus. Auf die Brille, die sie gestern auch nur als Fremdkörper wahrnahm, verzichten wir wieder. Und siehe da, die Augen sind auf. Auch als Branko Jaël entgegen nimmt, ändert sich das nicht. Sollte heute was gehen?
Ran an die Digitalkameras, damit wir nichts verpassen. Branko sitzt mit Jaël im Becken, und sofort sind 2 Delphine mit ihren Köpfen auf Tuchfühlung. Und Jaëls Augen? Offen! (Siehe Foto) Sie fixiert die Delphine ganz lange und erwischt sogar einen mit der Hand am Rücken. Ja, das war ein Streicheln.

Und das bedeutet anscheinend die volle Breitseite für Jaëls Sinne. Denn wenig später sind die Augen wieder zu. Sie ist von dieser Erfahrung so mitgenommen, dass sie den Kopf zur Seite legt und tatsächlich einschläft. Auch Brankos Aufforderungen „Augen auf, nicht schlafen!“ holen Jaël nicht zurück…
In diesem Moment fällt mir auf, dass die Digitalkamera auf „Stand by“ und nicht auf „Record“ steht. Ich hab den Knopf in der Aufregung nicht richtig getroffen. Wie blöd!!! Aber Shabnam hat ja Fotos von den offenen Augen gemacht. Und für heute hatte ich mir sowieso vorgenommen, dass die Aufnahmen im Hintergrund stehen sollten. Ziel war, dass Jaël die Delphine sieht. Und das ist erreicht. Danke für alle Gebete!
Es beginnt heftig zu regnen. Anni, wieviel Regen verträgt eine Kamera ohne Schutzhülle? Ich halte jedenfalls weiter drauf. Und Jaël scheint der Regen auch nicht zu stören. Das meiste Wasser ist sowieso unterhalb ihres Köpfchens. Sie ist wieder aufgewacht, obwohl die Augen noch geschlossen sind. 3 Freunde umkreisen Branko und sie immer wieder und spritzen mit Wasser. Unglaublich wie sensibel diese Tiere Jaëls Nähe suchen. (Siehe Foto) Ganz vorsichtig kommen sie bis an ihren Körper heran. Und das wiederholen sie unzählige Male. Warum machen sie das? Sie werden ja nicht von Branko dazu gedrängt. Auch bekommen sie während der Therapie keine Fische als Belohnung.
Was wir hier erleben, umschrieb der griechische Philosoph Plutarch so:
Dem Delphin hat die Natur als Einzigem jene Gabe verliehen, nach dem die größten Philosophen streben: die uneigennützige Freundschaft. Er bedarf keines einzigen Menschen und ist dennoch der großmütigste Freund von allen und hat schon vielen geholfen.“
Möge Jaël diese uneigennützige Freundschaft auch in diesen Tagen erfahren. Sie liegt übrigens gerade neben mir im Bett und schläft tief und fest - volle Breitseite eben!
Gleich müssen wir sie aber wecken, denn um 19 Uhr gibt es Abendessen. Hier isst sie am liebsten pürierte Pasta mit Bolognese- oder Thunfischsauce (natürlich nur den delphinfreundlich ohne Treibnetze gefangenen Thunfisch…).
Mit den Fotos klappt das hier noch nicht wirklich, aber das werden wir auch noch hinbekommen. Leider gibt es im Hotel nur ein Internetterminal ohne vernünftige Maus und mit einer Tastatur, die original baugleich ist mit der vom Überweisungsterminal der Sparkasse Solingen! Heavy Metal! Liebe Grüße an alle! Mehr gibt’s morgen…
Dienstag, 15 Uhr: Jaël heute ohne Kappe, die wir im Hotel vergessen haben, dafür mit getönter Schwimmbrille. Außerdem trägt sie bei ihrem zweiten Auftritt im Delphinbecken einen kurzen Neoprenanzug unter dem langen, damit ihr nicht so schnell kalt wird. Und rein geht’s ins Wasser.
Heute scheint jeder eher mit sich selbst beschäftigt. Die Begegnungen sind rar, dafür intensiv. Branko legt Jaël auf dem Rücken ins Wasser, ein Delphin nähert sich im selben Schwimmstil (siehe Foto).

Am Ende der 30 Minuten erwischt Jaël einen ihrer neuen Freunde kurz mit der Hand an der Nase. Wirkungstreffer für Jaël. Diese spontanen Berührungen sind es, die wir für sie herbeisehnen.
Die Therapie findet im kleinen Becken links neben dem Showbecken statt, von wo aus die Delphine immer wieder zu Besuch herüber kommen. Das angefügte Foto gibt einen Überblick über das Delphinarium – eine Art Piratenschiff bildet den Hintergrund des Showbeckens.

Nachdem Jaël raus ist aus dem Becken, strecken 2 Delphine die Köpfe aus dem Wasser und spritzen ein wenig Wasser hinter ihr her. Kein Problem, Freunde, morgen gibt’s ein Wiedersehen. Hoffentlich mit offenen Augen von Jaël. Denn die waren heute bis auf die Zeit im Hotel und in der Umkleide geschlossen. Und das frustet uns schon ziemlich. Wer will schon sein Leben nur in geschlossenen Räumen verbringen!?
Jaël im Neoprenanzug Größe 1 - ein süßer Anblick. Noch 15 Minuten, dann geht es los. Außerhalb der Umkleide kneift sie leider wieder die Augen zusammen.
Dann der große Moment: Delphintherapeut Branko Weitzmann nimmt Jaël aus Shabnams Arm entgegen und geht mit ihr zum Becken. Die weiße Kappe soll Jaël etwas Schutz vor dem Tageslicht bieten. Jetzt bekommt sie noch eine gelbe Schwimmhilfe um den Bauch gewickelt.
Währenddessen tummeln sich schon 4-5 neugierige Delphine vor Branko und wollen Jael kennen lernen.
Sie strecken ihre Köpfe aus dem Wasser Richtung Beckenrand und quietschen vergnügt. Jaël bemüht sich die Augen zu öffnen, was ihr in den ersten Minuten auch mehr oder weniger gut gelingt.
Sobald Branko mit ihr im Wasser ist, sind die Delphine da. Sie schwimmen um die beiden herum und nähern sich Jaël. Branko redet mit ihnen und erklärt Jaël, was da vor sich geht. 30 Minuten dauert diese erste Begegnung der besonderen Art.
Ein Delphin knabbert an Jaëls Fuß und klaut ihr einen Schwimmschuh, aber Branko greift sich den Schuh, bevor der Halunke damit entkommen kann.
Eine wunderbare Szene: Auch die Mutter, die sich mit ihrem Babydelphin sonst immer stark absondert, kommt mit ihrem Kleinen zu Jael.
Die hat mittlerweile die Augen geschlossen, schluckt ab und zu ein bisschen Wasser, nimmt die ganze Geschichte aber sehr locker. Zum Abschied noch einmal Winken. Bis morgen, Freunde! Shabnam nimmt ein tropfendes Bündel aus Brankos Händen entgegen.
Noch während des Umkleidens fängt Jaël lauthals an zu erzählen und freudig zu kreischen. Die Frage “Jaël, was haben die Delphine denn gemacht?” entlockt ihr immer neue Töne. Das hat Jaël gut getan, auch wenn ihr jetzt kalt ist. Zurück im Hotel gibts eine warme Dusche und ein Nickerchen mit süßen Träumen von den Delphin-Freunden…