Beiträge mit Tag ‘Krise’

Auf nach Dortmund

Ihr fahrt auch zum Evangelischen Kirchentag nach Dortmund? Dann würden wir uns freuen Euch zu treffen. Im Kulturprogramm gestalten wir gemeinsam mit unseren lieben Freunden Annika Boos (Sopranistin) und Marco Lombardo (Moderator & Singer/Songwriter) zwei Mut machende Lesungen mit Live-Musik (Donnerstag und Freitag). Wir sind sehr dankbar für dieses Zusammenspiel, das im März bei der Premiere in Solingen tolle Rückmeldungen erntete. Hier die Termine und Orte für Dortmund:

Literatur | Lesung
Umarmen und loslassen
Vom Sterben für das Leben lernen
Shabnam Arzt, Solingen
Wolfgang Arzt, Solingen
Musik:
Annika Boos, Wuppertal
Marco Lombardo, Wuppertal

Donnerstag 15:00 – 16:30 Uhr
Heilig-Kreuz-Kirche, Gemeindehaus, Großer Saal, Liebigstr. 49, Innenstadt-West
Kirchentags-Stadtplan: 272 | E3
Ort auf Google Maps

Freitag 13:00 – 14:30 Uhr
FZW, EG, Bar, Ritterstr. 20, Innenstadt-West
Kirchentags-Stadtplan: 236 | C3
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18. März ist “Trisomy 18 Awareness Day”

Die zweijährige Jaël sitzt auf dem Schoß ihrer Mutter, die beiden lächeln sich an, während sich ihre Blicke treffen.

Jedes Jahr am 18. März ist “Trisomy 18 Awareness Day”. Ziel ist, die Gesellschaft für die Erkrankung und die betroffenen Familien zu sensibilisieren und diesen durch gute Information den Zugang zu fachgerechter und anteilnehmender Versorgung und Pflege zu ermöglichen. Denn noch immer gibt es auf diesem Feld großen Nachholbedarf: Die Prognosen für Kinder mit Trisomie 18 sind oft einseitig und pessimistisch. Doch das Leben ist nicht schwarz-weiß. Dazwischen gibt es viele bunte Farbtöne. Am 18. März ist traditionell hellblau die Farbe, mit der Unterstützung signalisiert wird.

In unserem Buch versuchen wir u.a. den Blick für die Eltern-Perspektive zu öffnen:

„Als Jaël auf die Welt kam, wurde uns ein süßes, zartes Wesen in die Arme gelegt, das die Augen noch geschlossen hielt. „Zu schön für Trisomie 18“, hatte der junge Arzt in Köln im Ultraschall sie bereits drei Monate vor der Geburt gesehen. Was auch immer das heißen soll. Aber schön war sie wirklich. Ihr hübsches Gesicht, wie gezeichnet. Ihre langen Wimpern, die später von allen Schwestern und Ärztinnen immer wieder mit einem Anflug von Neid erwähnt werden würden. Doch das eigentliche Funkeln lag unterhalb der Wimpern. Mit ihren großen dunklen Kalamata-Oliven-Augen konnte Jaël einen Funken schlagen, und ihr Lächeln brachte Herzen zum Schmelzen. Zusammengefasst lässt sich sagen: Körperliche Fehlbildungen standen bei Jaël (nicht nur für uns) im Hintergrund. Überhaupt war uns von Anfang an wichtig, eine Diagnose, wie auch immer sie ausfallen mochte, nicht zum Mittelpunkt der Beziehung zu unserer Tochter zu machen…“

Arzt, Shabnam und Wolfgang. Umarmen und loslassen: Was wir in 13 Jahren mit unserer todkranken Tochter über das Leben gelernt haben. S.39

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Veranstaltungen 2019

Neues Jahr, neue Wege. 2019 sind wir wieder unterwegs mit »Umarmen und loslassen« und hoffen, Euch hier oder dort zu treffen. Besonders freuen wir uns über die prominente musikalische Unterstützung durch Annika Boos und Marco Lombardo.

25.01.19 Schwäbisch Hall | Ambulantes Kinder- und Jugendhospiz

10.02.19 Frankfurt | Hotel Leonardo Royal

11.02.19 Gladbeck | Kulturtempel

13.02.19 Wuppertal | Helios Klinik | Netzwerktreffen Palliativmedizin

25.02.19 Krefeld | Vortrag Palliativ-Fortbildung

17.03.19 Solingen | Christuskirche Aufderhöhe | Mit Annika Boos & Marco Lombardo (Musik & Moderation)

29.03.19 Heidelberg | Kirche am Markt | Veranstalter: Bundesverband Kinderhospiz e.V.

11.04.19 Kassel | CVJM-Hochschule

23.04.19 Willingen/Upland | SPRING Festival

15.05.19 Bielefeld | Kinder- und Jugendhospiz Bethel

20.06.19 Dortmund | Ev. Kirchentag | Mit Annika Boos & Marco Lombardo (Musik & Moderation)

21.06.19 Dortmund | Ev. Kirchentag | Mit Annika Boos & Marco Lombardo (Musik & Moderation)

26.06.19 Hückeswagen | mit Marco Lombardo (Musik & Moderation)

31.08.19 Haltern am See | Ehrenamtler-Fortbildung

20.09.19 Heilbronn | Kinder- und Jugendhospizdienst

08.10.19 Wuppertal | mit Marco Lombardo (Musik & Moderation)

10.10.19 Kerpen | AWO

30.10.19 Düsseldorf | Vortrag Palliativ-Fortbildung

15.11.19 Fulda | Hospizzentrum Malteser Hilfsdienst

Mehr Infos gibt´s hier.


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Ein Jahr »Umarmen und loslassen«

Heute vor einem Jahr wurde ein Traum für uns wahr. Ein Traum, an dem wir ein Jahr lang geschrieben und gearbeitet hatten: Jaëls 13 Jahre zählende Lebensgeschichte erschien als Buch. Hardcover im Ludwig Verlag. Sehr liebevoll und wertig durch das Verlagsteam umgesetzt. Mit 32 Seiten Farbbildteil. Mehr als traumhaft.

»Umarmen und loslassen« war also geboren, und wir machten uns damit auf zu den Menschen. 140 waren es bei der Lesung zur Premiere im Kunstmuseum Solingen – ein Abend mit besonderer Tiefe. Es folgten viele weitere kostbare Begegnungen: In Cafés, Kinderhospizen, Schulen, in Köln oder Karlsruhe, Wuppertal oder Wien, im großen Berlin oder kleinen Hünfeld – jede Lesung hat ihre eigene “magische” Atmosphäre. Wie ein geschützter Raum, in dem Lebensthemen ehrlich reflektiert werden können, die in einer oft hektischen und oberflächlich wirkenden Zeit kaum ihren Platz finden.

Obwohl das Sterben von Kindern kein Thema ist, um das sich die Fernsehsender reißen, durften wir Jaëls Geschichte bei ZDF Volle Kanne und im SAT1-Frühstücksfernsehen erzählen. Diverse andere Formate und Zeitungen und Zeitschriften fanden ebenfalls ihren Zugang. Besonderes Highlight: Wir konnten einen Gastbeitrag für ZEIT (Christ und Welt) schreiben.

Doch am meisten begeistert uns der Dialog mit den Leserinnen und Lesern. Seit Erscheinen von »Umarmen und loslassen« haben wir viele Rückmeldungen bekommen, neben E-Mails auch handgeschriebene Briefe, die unser Herz berühren. Wir staunen: An einem Gymnasium in unserer Nähe ist »Umarmen und loslassen« bereits Oberstufenlektüre im Religionsunterricht. Und die Schülerinnen und Schüler schreiben sehr berührende Resümees darüber, was das Buch bei ihnen auslöst. Ein paar Worte aus unterschiedlichen Richtungen, durch die wir uns beschenkt fühlen, teilen wir hier mit euch.

„Die Art, wie ihr über Jaël erzählt, ist unglaublich, und es kommt einem so vor als würde man sie gekannt haben. Ihr erzählt eure Geschichte so liebevoll und konzentriert euch dabei nicht auf den Tod oder das ‚Ende‘, sondern auf das, was ihr mit Jaël erleben durftet. Es ist erstaunlich, wieviel dieses kleine Mädchen zuerst euch und nun auch uns (durch das Buch) beibringen konnte.“

Ein handgeschriebener Brief ging uns direkt ins Herz:

„Ein herzliches ‚Vergelt´s Gott‘ für das wunderbare, lichtvolle Buch. Das Buch bekam ich von meiner Buchhändlerin zu Weihnachten, es ist das wertvollste Geschenk, das ich in meinem Leben bekommen habe (ich bin 66 Jahre).“

Mancher schien überrascht, dass der Grundton des Buches positiv ist:

„… es ist das lebensbejahendste Buch, das ich seit langem gelesen habe.“

„Das Buch bejaht das Leben wie kein anderes.“

Eigentlich ja kein Stoff, den man mal eben so weg liest, aber das schien nicht jeden zu stören 😉

„Ich habe das Buch verschlungen, obwohl ich aus Zeitgründen schon lange kein Buch mehr gelesen habe.“

Manche gebrauchten Superlative:

„Das Buch ist das Beste, was mir seit langem in die Hände gekommen ist.“

Andere schrieben uns ihre Lernerfahrungen mit dem Buch:

„Euer Buch hat mich tief beeindruckt und mich nachdenklich gestimmt. Doch trotz aller Nachdenklichkeit nehme ich eine positive Botschaft aus dem Buch mit: Genieße jeden Moment im Leben und lass dich von negativen Erfahrungen nicht runterziehen, lerne daraus und mach das Beste daraus in der Zukunft. Das Leben ist zu kurz für eine pessimistische Grundeinstellung. […] Man bekommt das Gefühl, dass nicht zuletzt durch dieses Buch ein Stück von Jaël weiterlebt und ihre Eltern täglich begleitet.“

„Durch Ihr Buch habe ich gelernt, dass Dankbarkeit im Leben sehr wichtig ist. Vor allem Gesundheit ist nicht selbstverständlich und sollte geschätzt werden. Außerdem habe ich gelernt, dass man um das, was einem besonders wichtig ist, kämpfen sollte. Auch ‚Unmögliches‘ kann möglich werden.”

Und richtig bezaubernd fanden wir diese lieben Wünsche:

„Ich hoffe sehr, dass euer ‚Projekt‘ ein voller Erfolg wird und es auf allen Sprachen dieser Welt erscheint, damit jeder sieht, was für tolle Menschen/Eltern ihr seid und was man alles Positives aus einer eher negativen Situation bzw. einem Schicksalsschlag nehmen kann.“

Jaëls Geschichte in 7.000 Sprachen, das wäre wirklich was 🙂

„Danke, dass ich eure Geschichte lesen durfte und die Chance hatte, euch und Jaël kennenzulernen. Ich werde euch bestimmt niemals vergessen und wünsche euch alles Gute weiterhin.“

Wir danken. Für so viel wertschätzende Worte und ein Jahr voller Glück, Tiefe, Sinn und jeder Menge kostbarer Menschen und Begegnungen.

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