Beiträge mit Tag ‘Bewältigung’

Der Reichtum des Augenblicks

Nach dem Start unser kleinen Lese-Frühjahrstour in Berlin stand am 23. März der Süden auf dem Plan. Und auch im schönen NUN Kaffeehaus in der Karlsruher Oststadt erlebten wir einen warmherzigen Empfang. Das Gespräch mit Moderator Christian führte immer wieder in ungeahnte, aber spannende gedankliche Nebenräume. Das gemütliche Karlsruher Kaffeehaus NUN, das für den Moment “zwischen der guten alten Zeit und der ungewissen Zukunft” steht, traf auf passende Gedanken aus unserem Buch – eine wichtige Lernerfahrung aus unserer Zeit mit Jaël:

Der Augenblick hat wesentlich mehr zu bieten, als nur der Übergang zwischen Vergangenheit und Zukunft zu sein. Das Jetzt ist die Zeit. Das, was gerade ist, ist das Wichtigste.
– Umarmen und loslassen

Und wie bereits in Berlin wurde deutlich: Der Tiefgang und die Schwere, die Besucher vom Thema »Umarmen und loslassen« erwarten, verwandeln sich im Laufe des Abends zu einer gelösten Freude und Dankbarkeit dem Leben gegenüber. Davon spricht auch der persönliche Austausch nach der Lesung, den wir sehr genossen haben.
Danke, Manuel, Gabi, Christian und allen anderen, die diesen Abend möglich gemacht haben.

Weiter geht es am Freitag, 20. April im motoki-Wohnzimmer Köln-Ehrenfeld. Wir freuen uns drauf.

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Ein Gruß am Strand

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Vor ein paar Tagen haben wir diesen schönen Stein am Strand entdeckt. Für uns ist das wie ein liebevoller Gruß von Jaël. Wir sind achtsamer geworden und aufmerksamer für kleine Zeichen und Spuren am Wegesrand. Unsere Liebe zu unserer Tochter sucht und findet immer wieder Wege, die Beziehung zu ihr über ihren Tod hinaus aufrechtzuerhalten. Denn das Ziel eines Trauerprozesses ist nicht, die verstorbene Person loszulassen oder gar zu vergessen. Die Liebe darf bestehen bleiben. Das tut gut.

Wir hoffen, ihr habt auch noch ein paar freie Tage vor euch und wünschen euch eine schöne und erholsame Sommerzeit!

 

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Jaëls 14. Geburtstag

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Der Abendhimmel vor Jaëls 14. Geburtstag beschert uns dieses wunderbare Bild. Der Regenbogen, für uns ein schöner Gruß von oben. Wird da vielleicht reingefeiert? – Für uns ist ihr erster Geburtstag nach dem Abschied ein weiterer wichtiger Meilenstein. Vor einem Jahr saßen wir noch zusammen mit Großeltern und Freunden und mit ihr. Jaël freute sich über die Gemeinschaft und über die hell brennenden Kerzen. Und wir uns über sie. Morgen findet die Geburtstagsparty zum ersten Mal ohne uns statt. Eltern müssen draußen bleiben. Typisch Teenager, könnte man meinen. Aber anders als geplant. Wir werden von hier unten in Liebe an sie denken. Und mit Großeltern und Freunden zum Grab gehen.

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Krisenerprobte Tipps – Teil 2

Kritische Lebensereignisse sind vielfältig. Nur die Wenigsten haben ein todkrankes Kind zu Hause. Dennoch lassen sich unsere eigenen Strategien vielleicht auf andere Situationen übertragen. “Strategien” klingt etwas technisch, als ob wir das wohlüberlegt und geplant eingesetzt hätten. Von wegen: In Krisen bleibt wenig Zeit für Planungen am “grünen Tisch”. Stattdessen sind es Tipps, die mitten in der Krise entstanden und erprobt sind. Ein paar Punkte hatte ich hier bereits genannt, aber da sind noch mehr Dinge, die uns gut tun:

Sonne, Sonne, Sonne

Wir sind absolute Sonnen-Fans. Wann immer wir können, tanken wir die wärmenden Strahlen auf. Und die vollbringen wahre Wunder, was Stimmung und Seelenzustand angeht.

Sich nicht an Fehlern aufhalten

Fehler gehören zum Leben dazu. Wir wollen uns nicht an ihnen aufhalten, sondern sie als eine Gelegenheit sehen, daran zu wachsen und daraus zu lernen.

Träumen erlaubt

Wir hören nicht auf zu träumen: Von unbeschwerter Zeit, schönen Reisen, neuen Projekten… Und wann immer wir die Gelegenheit dazu haben, lassen wir diese Träume Realität werden. Immer im Rahmen dessen, was möglich ist. Aber das alleine wirkt schon positiv.

Mit anderen freuen

Nicht nur über uns selber wollen wir uns freuen, sondern auch mit anderen und deren Erfolgen. Jeder ist einzigartig und schreibt Geschichte. Sich mit anderen freuen tut gut, ihnen und uns.

Sich und anderen vergeben

Wir wollen uns und anderen vergeben. Was nicht immer einfach ist. Aber wenn´s klappt, kann das Herz frei werden für neue gute Erlebnisse. Auch hier ist übrigens Jaël mit ihrer wunderbaren weisen Art unsere beste Lehrerin. Immer wenn ich mich über mich selbst oder andere aufrege, dann lautiert sie viel und hält mir eine lange Standpauke. Und wenn ich dann eingesehen habe, dass sie Recht hat und ich “loslassen” sollte, dann bekomme ich zur Belohnung eine richtig feste Umarmung von ihr.

Auf das Herz hören

In Krisensituationen kommen wir an Punkte, wo Entscheidungen getroffen werden müssen. Mit dem Verstand abwägen ist gut. Aber die innere Stimme weiß oft noch mehr. Wir haben gelernt, auf unser Herz und die innere Stimme zu hören. Sie wissen meistens besser als der Verstand, was uns gut tut, und was gerade dran ist.

Weisheiten für den Alltag

Weisheit hilft in Krisen. Wir schreiben Sprüche und Sätze auf, die uns aufheitern und inspirieren und hängen sie so auf, dass sie gut zu lesen sind. Einer meiner Lieblingssprüche ist von Vaclav Havel und lautet: “Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht”.

Die Partnerin/den Partner nicht vergessen

Wenn man jemanden hat, der mit einem durch die schwierige Lebensphase geht, dann sollte man dafür dankbar sein. Wir wollen ganz bewusst auch in schwierigen Umständen in unsere Partnerschaft investieren und nicht erst, wenn die Krise vorbei ist oder bessere Zeiten kommen.

Die Liste ist sicher nicht vollständig. Wenn uns noch etwas einfällt, werden wir das bei Gelegenheit ergänzen. Bis dahin viel Freude beim Ausprobieren!

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