Definiere Glücklichsein

Was braucht ein Mensch, um glücklich zu sein?

Ich stelle fest, dass sich meine Antwort auf diese Frage in den letzten Jahren ziemlich gewandelt hat (Wen wundert´s?). Es sind nicht mehr ganz bestimmte, in der Zukunft liegende, Ziele und Umstände, die ich mit Glück verbinde. Und das nicht nur, weil sie außerhalb meiner Reichweite liegen. Sondern vor allem, weil mir inzwischen Menschen begegnet sind, die von ihren Lebensumständen her sehr glücklich sein müssten, es aber praktisch nicht waren oder das gut zu verbergen wussen: unzufriedene Menschen mit gesunden Kindern, Geld, menschlichen Sicherheiten, gutem Beruf, viel Freizeit…

Warum reicht das alles nicht zum Glücklichsein? Weil Glücklichsein nicht in den Lebensumständen liegt, sondern in den Lebensempfindungen. Glück kommt nicht von außen, sondern von innen. Ich glaube: Wer zum Glücklichsein erst irgendetwas braucht, wird niemals wirklich glücklich. Denn sobald er das Erstrebte gefunden hat, erkennt er dessen Begrenztheit und richtet sich auf ein neues Ziel aus. Wir kennen das wahrscheinlich alle irgendwie. “Wenn ich endlich den Führerschein habe, dann bin ich glücklich…” Dann wäre da noch die Freundin, das Abi, der Studienplatz, das Auto, der Job, die Kinder, … Und so jagen wir weiter dem Glück hinterher, das irgendwie so glitschig scheint, dass wir es nie zu packen bekommen.

Ich hab in einem Artikel [Quelle vergessen] folgende Ansicht gefunden: “Derjenige ist glücklich, in dessen Leben die Zahl der positiv empfundenen Momente die negativen überwiegt.” Oh, das bedeutet eine neue Zielvorgabe: die Anzahl der kleinen positiven Momente des Lebens steigern. Das Telefonat mit guten Freunden, die Seite aus dem guten Buch, das gemeinsame Lachen über die komische Alltagssituation… Hab ich was vergessen? Bitte ergänzen.

Kommentare (4)

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    Joey

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    Ich stecke gerade in einem Projekt mit der Frage nach Lebensqualität. Das bezieht sich natürlich auf die Frage nach dem “Glücklich sein”. Wann ist mein Leben qualitativ hochwertig? Wenn ich glücklich bin. Wann bin ich glücklich? Es steckt Wertung in dieser Frage. Wie bewerte ich meinen Zustand?
    Das Ding ist: Etwas nach Faktoren zu bewerten, die diese Gesellschaft vorgibt (wie du schon sagts Führerschein, Abitur etc.), liegt dem Menschen nahe, ist aber nicht der Kern der persönlichen Frage nach Glück.

    Was gehört zu den kleinen persönlichen Momenten des Glücks? Zum Beispiel mit meinem Vater über den Glauben zu sprechen. Phantasiewelten zu erschaffen, inspiriert durch ein Buch. Zu merken, man wird geliebt…selbst von einem Hund. Abends mal abschalten zu können und sein Bier gzu eniessen. Nur durch Musik von einem Gedanken gepackt zu werden und Gänsehaut zu bekommen.

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    admin

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    … Genau, genau. You got it, Joey! 🙂
    Für uns beide fehlt natürlich noch zum Glück: sich gemeinsam in abstruse Witze reinsteigern, bis andere zu viel kriegen…

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    Joey

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    Andere ermutigen mit uns abzudrehen…Bis irgendwann einer sagt:”Kommt, jetzt aber mal wieder ernst…”

    Und wir dann weitermachen…Wir sind schon Freaks. 🙂

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    Sina

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    hallo ihr lieben! endlich hatte ich mal zeit mir jaels blog in ruhe anzuschauen. irgendwie kam mir grad der gedanke, dass jael, ein kind, das sooo viel liebe erfährt von menschen und delphinen, möglicherweise trotz aller körperlicher schmerzen und einschränkungen glücklicher ist, als viele gesunde kinder heutzutage. ich bin gespannt bald von euch zu hören! toller blog mit schönen bildern! liebe grüße, sina

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