Beiträge mit Tag ‘Pränataldiagnostik’

Pränatalmedizin – Auf Fehlersuche (Interview Deutschlandfunk)

Vor wenigen Wochen sendete der Deutschlandfunk einen Radiobeitrag über Pränatalmedizin, zu dem Shabnam ein paar O-Töne beisteuern durfte. In dem sehr guten Beitrag von Burkhard Schäfers kommen auch die Fachautorin Carolin Erhardt-Seidl und ein Münchner Pränatalmediziner zu Wort.

Shabnam plädiert im Interview vor allem dafür, dass Mediziner vor der Geburt deutlicher über die Begrenztheit von Prognosen sprechen: “Was ich den Ärzten empfehlen kann, ist, dass man den Müttern das Gefühl vermittelt: Wir sehen, dass da etwas nicht in Ordnung ist, aber letztendlich können wir auch nicht sagen, wie das Leben wirklich verlaufen wird. Keiner von den Ärzten hat uns gesagt, wie großartig unsere Tochter ist.”

Zum Beitrag: Pränatalmedizin: Auf Fehlersuche, DLF Tag für Tag, 10.07.2018

Weiter lesen Keine Kommentare

Umarmen und Loslassen

Umarmen und loslassen von Shabnam Arzt

Ihr Lieben, hier ist es, das Jaël-Buch!

unsere Freundin Sofie hat es eben als Erste im Netz entdeckt und direkt vorbestellt 🙂 Mehr zum Buch erfahrt ihr auf der Seite des Verlages. Es gibt gerade keine Worte, um unsere Dankbarkeit und Freude auszudrücken.

Info
“Im 8. Schwangerschaftsmonat erfahren Shabnam und Wolfgang Arzt, dass ihr Kind vermutlich an einem schweren Chromosomen-Defekt leidet. Die Ärzte drängen sie zur Abtreibung, aber sie entscheiden sich für ihre Tochter. Jaël kommt mit Trisomie 18 zu Welt, die von Ärzten prognostizierte Lebenserwartung beträgt wenige Stunden, Tage, Wochen. Doch Jaël wird 13 Jahre alt und prägt auf ihrem Weg alle, die sie kennenlernen, mit ihrer ansteckenden Lebensfreude, überbordenden Liebe und dankbaren Haltung zum Leben. Mit absoluter Offenheit, voller Wärme und großer Zuversicht beschreiben ihre Eltern, was es bedeutet, ein Kind zu lieben – und zu verlieren. Ihre Geschichte macht Mut, an den Wert des Lebens zu glauben und schwierigen Situationen mit Optimismus und Humor zu begegnen. Vor allem aber zeigt sie, was für ein großes Vorbild uns ein kleines Mädchen sein kann.”

 

Weiter lesen 4 Kommentare

Wenn die einen mehr und die anderen weniger Recht auf Leben haben

Ein lesenswerter Artikel über Pränataldiagnostik auf ZEIT Online.

Tamaras Argument gegen den Test war nicht der Test an sich. Der Test ist ein Mittel der Diagnose, er ist die logische Entwicklung der technischen Möglichkeiten. Tamaras Argument war die Frage der Moral. Denn der Test zielt darauf ab, das ungeborene Kind auf Trisomie 21 zu untersuchen, auf das Downsyndrom. Dabei werden zuerst die Nackenfalte des Kindes gemessen und die Hormonwerte der Frau im Blut analysiert. Weichen die Resultate von der Norm ab, gibt es weitere Tests des Blutes der Mutter, und allenfalls die riskante invasive Methode, bei der eine Nadel durch die Bauchdecke der Frau in die Gebärmutter gesteckt wird, um genetisches Material des Kindes zu entnehmen. Experten gehen davon aus, dass 90 bis 98 Prozent aller Frauen abtreiben, die nach diesen Tests eine Downsyndrom-Diagnose bekommen.

Ist es moralisch vertretbar, ein Kind abzutreiben, dessen Aussehen und Intelligenz nicht der Norm entsprechen? Ein Kind, das seine Eltern überfordert? Tamara fand Nein. Ich fand Ja. Aber da war noch ein Punkt: Tamara sagte, sie würde eine Abtreibung nicht verkraften. Das machte den Test für sie irrelevant.

Es gab auch eine Kluft in unserem Bekanntenkreis. Der Großteil von Tamaras Freunden war der Ansicht, sie solle die Tests nicht machen, meine Freunde sagten das Gegenteil. Ich bemerkte, wie wenige Paare nach außen hin über das Thema Behinderung sprechen. Und wenn sie dann doch darüber sprechen, verstricken sie sich in ein endloses Hin und Her von Diskussionen, wobei einige argumentieren, sie könnten sich unter keinen Umständen vorstellen, ein behindertes Kind großzuziehen.

Weiter lesen 2 Kommentare