Beiträge mit Tag ‘Todestag’

Gedanken zum dritten Todestag

Jaël mit zwei Jahren, lachend auf einem Sitzsack

Heute vor drei Jahren mussten wir unsere Jaël loslassen. Drei Jahre ohne ihr herzerwärmendes Lächeln und ihre zärtlichen Umarmungen. Sie ist kaum zu schließen, die Lücke, die unsere Tochter hinterlässt. Die Lücke ist da, und wir spüren sie täglich. Doch vor allem spüren wir große Dankbarkeit. Durch das Schreiben und Arbeiten an unserem Buch “Umarmen und loslassen” war uns Jaël in den vergangenen Monaten so präsent und nah.

Seit Ende Oktober und der Veröffentlichung des Buches schleicht sie sich nun still und heimlich auch in die Herzen von Menschen, die sie bisher gar nicht kannten. Die bewegenden persönlichen Rückmeldungen der Leserinnen und Leser zu “Umarmen und loslassen” erzählen davon und zaubern ein Lächeln auf unsere Gesichter. Zu lesen, wie unsere kleine Jaël und ihre Geschichte anderen Familien einen Hoffnungsschimmer bringt und in schwierigen Lebenssituationen Kraft spendet, bringt unsere Herzen zum Hüpfen und nimmt uns etwas von der Schwere dieses Tages. Dass in diesen Tagen das bezaubernde Lächeln unserer Tochter in Buchhandlungen, Fernsehbeiträgen und Zeitschriften erstrahlt, ist unbeschreiblich schön.

Wir sind unendlich dankbar, dass Jaël über ihren Tod hinaus Herzen berührt und Geschichte schreibt.

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Heilt die Zeit alle Wunden? Gedanken zum zweiten Todestag von Jaël

Jael lächelt verschmitzt

Ist es wirklich so, dass die Zeit alle Wunden heilt? Was, wenn die Wunde der Abschied von der geliebten Tochter und dem Sonnenschein der Familie ist? Wenn mit diesem Abschied auch ein Teil meiner selbst mit stirbt, schafft es die Zeit dann, auch diese Wunde zu heilen?

Unsere Jaël ist nun schon seit zwei Jahren nicht mehr bei uns. Zwei Jahre ohne ihr Lachen, ihr Glucksen, ihre herzerwärmenden Umarmungen. Die Wunde ist noch zu frisch. Vielleicht wird sie sich einmal schließen, es mag sich eine Kruste bilden. Aber dieser Schnitt ist so tief, dass Narben bleiben werden. Und das ist womöglich auch gut so, denn Narben erinnern an das, was war und nicht mehr da ist.

Trotz der Schwere, die sich in diesen Tagen in meinem Herzen ausbreitet, bin ich auch dankbar. Dankbar für Gesten, die zeigen, dass unsere Jaël nicht vergessen ist. Dankbar für Begegnungen und Gespräche, in denen Jaël weiterlebt. Dankbar für Menschen, die Jaëls Grab besuchen und einen kleinen Gruß hinterlassen. Dankbar, dass wir Eltern einer wundervollen Tochter sein dürfen. Dankbar, dass wir in Jaël so eine wunderbare Lehrerin hatten, die uns die Kunst der Dankbarkeit täglich vorgelebt hat. Und vielleicht sind es diese Gesten, Begegnungen und ein dankbares Herz, die den Heilungsprozess vorantreiben.

Eine Lücke, die unausgefüllt bleibt, aber nicht mehr als Stachel, sondern – wie Bonhoeffer es beschreibt – als kostbares Geschenk, das wir in uns tragen. Herzlichen Dank an alle, die uns auf diesem Weg tragen und begleiten.

“Zunächst: Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines lieben Menschen ersetzen kann, und man soll das auch gar nicht versuchen; man muss es einfach aushalten und durchhalten; das klingt zunächst sehr hart, aber es ist doch zugleich ein großer Trost; denn indem die Lücke wirklich unausgefüllt bleibt, bleibt man durch sie miteinander verbunden.

Es ist verkehrt, wenn man sagt, Gott füllt die Lücke aus; er füllt sie gar nicht aus, sondern er hält sie vielmehr gerade unausgefüllt und hilft uns dadurch, unsere echte Gemeinschaft miteinander – wenn auch unter Schmerzen – zu bewahren.

Ferner: Je schöner die Erinnerungen, desto schwerer die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.”
(Dietrich Bonhoeffer, Brief an Renate und Eberhard Bethge, Gefängnis Berlin-Tegel an Heiligabend 1943)

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Einzigartig, wunderbar, geliebt

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An Jaëls erstem Todestag

Schwer zu glauben, dass unsere geliebte Jaël nun schon seit einem Jahr nicht mehr bei uns ist. Das Jahr ohne sie war durch Reisen und neue Aufgaben sehr ereignisreich. Und doch gab und gibt es keinen Tag, an dem sie nicht in unseren Gesprächen und Gedanken präsent wäre. Es gibt keinen Tag, an dem wir sie nicht vermissen. Die Erinnerung an sie ist jedoch nicht nur schmerzhaft. Jaël schafft es immer noch, ein Lächeln auf unsere Lippen zu zaubern.

In den letzten Monaten haben wir unglaublich viel Zuspruch erhalten. Unzählige Mails und Briefe erreichten uns, und viele liebevolle Gespräche zeigen, dass unsere Jaël nicht vergessen ist. Danke an alle, die uns in diesem Jahr so wundervoll unterstützt und an uns gedacht haben. Auch wenn wir nicht alles beantworten konnten, sind wir dankbar für jede Zeile, jede Aufmerksamkeit, jede kleine Erinnerung an unsere Jaël. Was bleibt ist die Dankbarkeit für ihre unendliche Liebe und die Erinnerung an ihr herzerwärmendes Lächeln und ihre vor Fröhlichkeit funkelnden Augen.

Wie geht es nun für uns weiter ohne unsere Jaël? Manche fragen, ob wir uns weitere Kinder wünschen. Ganz ehrlich: Wozu? Jaël hat mit uns die schönste Liebesgeschichte geschrieben. Einen Bestseller. Was könnte erfüllender sein als diese 13 Jahre? Wir haben von Jaël so viel gelernt (Jaëlkompetenz). Diesem Erbe möchten wir gerecht werden und ihre Kompetenzen weitergeben an andere. Sei es durch Begegnungen, Unterrichtseinheiten in der Schule (wie neulich im Reli-Unterricht eines Gymnasiums) oder im Rahmen unserer beruflichen Tätigkeiten. Schließlich sind und bleiben wir Eltern. Und haben dazu noch viele Kinder um uns herum, denen wir Jaëls Liebe zuteil werden lassen können.

 

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Gedenkgottesdienst

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“Ich will dir danken, weil du ihre Namen kennst, Gott meines Lebens.”

Dieser Liedruf erklang gestern im Gedenkgottesdienst der Kapelle der Uniklinik Düsseldorf, als die Namen der verstorbenen Kinder genannt und für sie eine Kerze entzündet wurde. Gedacht wurde aller Kinder, die im vergangenen Jahr im Klinikum oder in der Betreuung des Palliativteams zu Hause verstorben waren. Die Atmosphäre war geprägt von der Trauer über den Verlust sowie der Sehnsucht nach dem geliebten Kind.

Gemeinsam mit den Ärzten und Schwestern, die Jaël betreut hatten, an sie zu denken, war gleichzeitig traurig und schön, schmerzhaft und tröstlich. Man konnte merken: Nicht nur wir als Eltern, auch die Ärzte und Schwestern brauchen einen Ort, um zu gedenken und zu trauern. Herzlichen Dank an das Kinderonkologie- und Palliativ-Team für die liebevolle Vorbereitung dieses Gottesdienstes. Eine weitere wertvolle Station auf unserem Weg zu Jaëls erstem Todestag.

 

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Gedenken

Zwei Wochen vor Jaëls erstem Todestag.
In diesen Tagen wird manches wieder präsent:

Der Duft des Öls, mit dem wir sie gesalbt haben.
Der Schein der Kerzen, die brannten, als sie von uns ging.
Gedanken an die fünf Tage des Abschieds im November 2014.

Die Gedanken machen das Herz schwer.
Die Liebe zu ihr macht das Herz weit.
Beides zusammen ist Gedenken.

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